109: FMCG trifft Pharma: Xenia Barth über Transformation und Leadership

Shownotes

🎙️ FMCG trifft Pharma: Xenia Barth über Transformation und Leadership Wie geht Transformation – und wie fühlt sich das an, wenn man mittendrin steckt?

Xenia Barth, CEO von Merz Lifecare, verantwortet die Transformation eines Unternehmens, das aus der Zusammenführung von Merz Lifecare und WindStar Medical entstanden ist. Von der Integration komplexer Strukturen bis zur Führung von Menschen durch Veränderung - mit großer Wertschätzung für die gesamte Organisation. Sie spricht offen über ihren Weg: von der internationalen Konzernkarriere in den Mittelstand und darüber, was es wirklich bedeutet, einen Merger als Chance zu nutzen: nicht zur reinen Integration, sondern zur bewussten Neugestaltung.

🔍 Was euch erwartet: • Geschwindigkeit als entscheidender Unterschied zwischen FMCG und Pharma • Führung in der Transformation: Orientierung geben und konsequent kommunizieren • Kulturintegration als zentrale Herausforderung • Authentizität als Energiequelle im Leadership • Und was es mit „It’s just a Magnesiumtablette“ auf sich hat

📍 Für alle, die Transformation nicht nur verstehen, sondern gestalten wollen.

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00:00:04: FMCG-Wipes,

00:00:05: dein One Stop Podcast für FMC G und Handel Insights.

00:00:13: Wir sind Nina, Finn und Daniel.

00:00:16: Jede Woche spricht einer von uns mit Gästen aus FMCg und Handl.

00:00:20: Unser heutiger Gast, Xenia Bart, CEO von Merz Live Care.

00:00:31: Aber ja das war jetzt natürlich wie gesagt enorm mit System Integration, Prozess Integration und vor allen Dingen eigentlich fast noch schwieriger die Struktur- und Kulturintegration, weil es da halt um Menschen geht.

00:00:43: Das ist sehr spannend auf der einen Seite das Führen zu dürfen in meiner Position und auf der anderen Seite sehr spannend damit auch selber lernen zu können also... Ja, keine einfache Sache und das ist immer wieder ein Prozess wo man sich selbst reflektieren muss ob man eigentlich noch auf dem richtigen Weg ist.

00:01:10: Und wie man die Leute bei der Stange hält.

00:01:23: Herzlich willkommen, Xenia.

00:01:25: Vielen

00:01:25: Dank, Lebenina!

00:01:26: Ich freu mich.

00:01:26: Wie wie

00:01:27: Xenias?

00:01:27: Ich hab natürlich noch mal nachgeschaut was denn Vorname bedeutet.

00:01:31: Gastfreundlich... ich denke viel Treffender könnte ein Name gar nicht passen und ich musste tatsächlich auch nochmal an meinen geschätzten Deutschlehrer denken der so sehr die altkristische Mythologie mochte und die deutsche Sprache in aller Fülle ausschöpfte hätte sich bestimmt auch gefreut.

00:01:52: Das freut mich wiederum.

00:01:54: Also der Name ist ja durchaus selten und ich bin in meinem Leben eigentlich nie wirklich jemanden begegnet, der so heißt wie ich bis auf... Ja jetzt seit ich beim Erzleifkehr bin da habe ich das erste Mal eine Xenia in meinem Team freue mich sehr darüber und bin manchmal ein bisschen erstaunt wenn ich in Meetings sitze und jemand sagt Das habe ich schon mit der Xenia besprochen und ich mir denke einen kurzen Augenblick, mein Gott was ist da mit mir besprochen worden?

00:02:26: Da weiß ich ja gar nichts von.

00:02:28: Und dann denke ich ach nee das ist die andere Xenias und dann entspanne ich mich wieder und hört zu!

00:02:32: Bevor wir einsteigen und wie ich finde sehr spannende Stationen eines beruflichen Werdegangs betrachten Gerne auch einmal zu dir als Mensch, als Person.

00:02:45: Wo kommst du her?

00:02:45: Wo bist du groß geworden?

00:02:47: Welche Werte haben dich vielleicht auch geprägt?

00:02:52: Das kann man gar nicht so ganz kurz beantworten.

00:02:56: Ich bin in Hessen geboren aber ich sage immer, ich bin Blutz Bayer.

00:03:02: das bedeutet dass meine Eltern beide aus Bayern kommen also bayerisches Blut in meinen Ardern fies.

00:03:08: ich selbst bin da aber weder geboren noch, hab ich dort jemals gelebt.

00:03:14: Aber wie gesagt in Hessen geboren dann an den Bodensee gezogen und schlussendlich nach Aachen gekommen.

00:03:21: Und das ist wahrscheinlich tatsächlich auch die prägende Region für mich.

00:03:25: Ich war fast meine ganze Schulzeit in Aachen.

00:03:30: Also NRW hat mich schon sehr stark geprägt.

00:03:32: Ich bin zum Studium nochmal weggegangen Henkel eingestiegen und Henkel ist ja in Düsseldorf mit dem Headquarter, also auch wieder im Nordrhein-Westfalen.

00:03:43: Und ich denke das ist tatsächlich so der Bereich, der mich am meisten geprägt hat geografisch.

00:03:51: Aktuell bin ich in Baden-Württemberg privat.

00:03:56: Ich lebe näher von Heidelberg in einem kleinen Dorf.

00:04:01: Beruflich bin ich Weil der Firmensitz von Merz Leifke in Frankfurt ist.

00:04:07: Insofern pendel ich ein bisschen zwischen Heidelberg und Frankfurt hin und her.

00:04:11: Ja, dann hast du mich noch gefragt nach meinen Werten oder Werte die mich geprägt haben?

00:04:16: Ich glaub da gibt's einen Wert ... Der mich geprägte das ist die Unabhängigkeit.

00:04:25: Oder auch eine gewisse Selbstständigkeit.

00:04:27: selbstständig nicht unbedingt im Sinne als dass sich einen selbstständigen Beruf sozusagen erlernen wollte, das nicht.

00:04:34: Aber so ja diese finanzielle Unabhängigkeit auf eigenen Beinen zu stehen sein Leben sehr stark wirklich selbst zu prägen Das ist ein zentraler Wert für mich.

00:04:49: Kannst du dir erklären woher dieser Drang dieses Bedürfnis kommt?

00:04:57: So richtig erklären kann ich mir das nicht.

00:05:01: aber Er sitzt tief, sag ich mal und er hat früh angefangen.

00:05:06: Also ich weiß noch wie ich ... mit, ich glaub, vierzehn versucht habe mir die ersten Nebenjobs an Land zu ziehen und keiner wollte mich haben weil ich viel zu jung war.

00:05:18: also man konnte mit vierzehnt jahr durfte man ja gar nicht arbeiten.

00:05:21: aber Schlussendlich hab ich mehr dann als Teenager über die Jahre etliche NebenjoBS an land gezogen um eben diese finanzielle Unabhängigkeit zu haben und das hat mir immer viel Spaß gemacht.

00:05:33: Es hat mich niemand dazu gedrängt, ich wüsste auch nicht was der Auslöser hätte sein können aber das ist irgendwie in mir drin, ich mag es!

00:05:41: Und ich glaube auch... Auch wenn das vielleicht ein bisschen abgedroschend klingt.

00:05:47: Aber gerade für Frauen finde ich das eigentlich einen sehr wichtigen Wert unabhängig zu sein selbstständig zu seien auf eigenen Füßen stehen zu können zu jeder Zeit.

00:05:58: Du hast auch schon eine erste berufliche Station genannt mit Henkel.

00:06:03: Aber auch das ist ja ein Schritt, man beendet die Schule und die Welt steht einem offen.

00:06:09: Wie genau kam dann für dich der Schritt zu einem führenden Markenhillstelleunternehmen zu wechseln?

00:06:18: Zur Henkel, wie bin ich bei Henkel gelandet?

00:06:22: Das ist vielleicht... gar nicht so geplant und so strukturiert gewesen, wie man sich das so vorstellen könnte.

00:06:30: Was für mich immer klar war ich wollte sehr gerne in einem internationalen Umfeld arbeiten und habe damit die Augen offen gehalten nach internationalen Unternehmen.

00:06:44: Da kommen natürlich sehr viele infrage.

00:06:50: Dementsprechend habe ich mich damals nach dem Studium, mein Studium war auch international geprägt.

00:06:55: Also ich war zwei Jahre im Inland also in Deutschland und zwei Jahre in Großbritannien Und ja hab mich dann auf international agierenden Firmen umgeschaut die ihren Sitz in Deutschland haben und bin da aber sehr breit tatsächlich dran gegangen.

00:07:12: heute in der Retrospektive würde man vielleicht sagen Ich hatte keinen Plan was ich wollte oder Ja, das war alles sehr unbestimmt.

00:07:22: Aber für mich hat sich das damals einfach nur offen angefühlt.

00:07:26: Also neugierig ... Ich war neugirig auf ganz viele Branchen.

00:07:29: Ich hab mich bei der Lufthansa beworben.

00:07:31: Ich habe mich bei Procter & Gamble und Henkel eben beworgen.

00:07:34: Ich hab mich bei Opel beworben überall sozusagen.

00:07:40: heute würde man sagen vielleicht die wusste nicht was sie wollte?

00:07:44: Und ja in gewisser Weise ist ... Das vielleicht richtig, beziehungsweise ich wusste.

00:07:48: Ich wollte ein großes internationales Unternehmen und ich wuste, ich wollte coole Marken.

00:07:54: Also Marken habe mich immer schon interessiert ob das jetzt eine Airline-Marke ist oder eine Automarke ist?

00:07:59: Oder eine Shampoo-Marque ist?

00:08:00: Das war mir zu dem Zeitpunkt noch egal!

00:08:04: Aber so ist es dann eben gekommen, dass ich mich da sehr breit beworben habe.

00:08:07: Ja und dann wie es so ist einer gibt dann den Zuschlag und so bin ich bei Henkel gelandet und das war also eine ganz tolle Fügung des Schicksals.

00:08:18: auch würde ich mal sagen weil im Endeffekt bin ich zwanzig Jahre dort geblieben und es hat mich natürlich massiv geprägt und mir ja meine ganze weitere Karriere dann auch ermöglicht in gewisser Weise.

00:08:35: Genau, aber auch das total schön auf junge Menschen grundsätzlich offen zu bleiben erst einmal auch ein Gefühl zu bekommen für mögliche Umfelder, indem man wirken möchte.

00:08:49: von daher das total nachvollziehbar.

00:08:52: und jetzt bist du bei Henkel gestartet.

00:08:57: Das war dann ein duales Studium?

00:09:00: Also ich hab Ein klassisches Fachhochschulstudium in Deutschland gemacht, also dual in dem Sinne als dass es in zwei Ländern stattgefunden hat.

00:09:09: Aber das war nicht dual im Sinne von berufsbegleitend, zwar in Deutschland ein Fachhochschutzstudium an der ESB in Reutlingen und Ja, bin dann bei Henkel tatsächlich im Direkteinstieg gestartet.

00:09:25: Also es war auch kein Trainee-Programm oder so was, sondern ein Direkteinstieg als Assistant Brand Manager im internationalen Marketing und da habe ich mich dann langsam hochgearbeitet.

00:09:38: Assistant Brandmanager, Junior BrandManager, BrandMananger ... Was man alles macht um die Karriereleiter eben hochzukommen, war dann sieben Jahre dort auf dieser ersten Station des Internationalen Marktings Und das hat mich danach weitergetragen auch noch in anderen Abteilungen und andere Standorte, Ländergesellschaften von Henkel.

00:09:59: Die Marketinglandschaft damals, auch in deiner Position ja auch als heranreifende und dann auch werdende Expertin ... Wie hat sich denn die Marketinglandschau verändert?

00:10:14: Ja teilweise sehr massiv natürlich, gerade wenn ich mir das ganze Medienmanagement anschauen, also wie wird kommuniziert Richtung Konsumenten und ... Wie wird Media geplant?

00:10:29: Ich war natürlich noch die ganze klassische Schule.

00:10:32: Da hatte man die Medienpläne im Excel-Format, den man monatlich freigegeben hat.

00:10:37: Da waren dann die TV-Kampagnen abgebildet und die Printkampagnien abgebilde.

00:10:42: Mehr gab's ja noch gar nicht!

00:10:44: Ähm... Und das hat sich natürlich zum heutigen massiv gewandelt, was alles jetzt für Möglichkeiten da sind mit digitalen Medien und Social Media.

00:10:57: Da haben wir natürlich, im Start meines Berufs oder meiner Laufbahn hatte ich das noch gar nicht.

00:11:03: Das war eben wirklich nur TV und Print.

00:11:05: irgendwann weiß ich noch ist dann Facebook entstanden und wir waren alle ganz aufgeregt und haben gesagt oh jetzt is Facebook da was machen wir mit Facebook?

00:11:13: Und haben da so ein bisschen rumprobiert und haben irgendwelche Gewinnspiele dann auch auf Facebook gemacht.

00:11:19: also die völlig... Aus heutiger Sicht würde man sagen, wir haben einfach ein bisschen rumexperimentiert.

00:11:24: Die Marke hat das nicht wirklich nach vorne gebracht.

00:11:27: aber das war vielleicht auch noch gar nicht der Sinn der Sache die Marke damit nach vorne zu bringen sondern einfach sich ein bisschen auszuprobieren neugierig zu sein auf diesen neuen Kanal.

00:11:36: und dass ist natürlich massiv eben anders in der heutigen Zeit.

00:11:41: und dann gibt es aber vielleicht für meine Begriffe auch andere Aspekte des Marketings durchaus ähnlich geblieben sind zu der Art, wie ich sie vor jetzt fast fünfundzwanzig Jahren erlebt habe.

00:11:56: Wenn man mal dran denkt, wie findet so eine Portfolioentwicklung statt?

00:12:00: Wie findet ne Produktentwicklungsstadt?

00:12:02: Das ist alles noch mehr oder weniger dasselbe.

00:12:05: Ja vielleicht hab' ich jetzt ein digitales Tool das mir dabei hilft Aber das Handwerkszeug ist dasselber.

00:12:13: Oder wenn ich an die Marktforschung denke Konsumentenverständnis generiere, wie ich heraus finde was mein Konsument eigentlich will eben über die Marktforschung.

00:12:23: das ist auch noch sehr ähnlich.

00:12:26: Die Fragen die Stelle die die Interpretationen die ich mache.

00:12:34: nur da hat sich auch die Toolbox einfach nochmal geändert.

00:12:36: früher war das halt Der klassische Stil, da hatte man irgendwo ein Marktforschungsstudio meistens in einer Fußgängerzone.

00:12:44: In der ersten Etage von irgendeinem Haus als dort stand.

00:12:49: und unten in der Fußgängerzone stand der Recruiter und hat versucht ... die Passanten anzuhalten und zu animieren, in den ersten Stock ins Studio zu gehen.

00:12:59: Und anschließend wurde den Leuten zwanzig Euro in die Hand gedrückt als Dankeschön für ihre Teilnahme.

00:13:06: Das ist natürlich eben heute ganz anders geworden wie ich die Leute digital rekrutieren kann, wie sie digital auf ja die Marktforschung zu Hause durchführen können.

00:13:16: aber im Endeffekt geht es doch immer noch darum rauszufinden was treibt den Konsumenten an?

00:13:22: Was will er, was denkt er?

00:13:24: Was fühlt er?

00:13:25: und das hat sich im Großen und Ganzen nicht verändert.

00:13:30: Und trotzdem denke ich ist es ja auch schön, dass Handwerkszeug in einer anderen Zeit auch erlernt zu haben und mit der Entwicklung von jetzt weiterentwickeln oder anpassen zu können.

00:13:43: Jetzt noch mal zurück zu deinem Weg, d.h.

00:13:46: du

00:13:47: warst bei Henkel, bist aber dann zur Rocket Bankie gewechselt.

00:13:52: Kannst du uns hier auch mitgeben?

00:13:56: Ja, das mache ich gerne.

00:13:57: Ich war ja wie schon mal erwähnt, hatte zwanzig Jahre bei Henkel.

00:14:01: Das ist eine verdammt lange Zeit!

00:14:03: Ich habe Marketing und Management mit denen gemacht.

00:14:08: dort bei Henkel meine ersten Geschäftsführungspositionen.

00:14:12: Ich bin mit Henkel ins Ausland gegangen, hab drei Jahre in Spanien gearbeitet.

00:14:16: Drei Jahre in Mexiko, drei Jahre an den USA.

00:14:19: Warum sage ich das alles?

00:14:21: Weil ich im Grunde damit sagen will, dass es eine ganz tolle Firma ist.

00:14:24: Ich habe mich da sehr wohl gefühlt.

00:14:27: Zwanzig Jahre lang bin da gut weitergekommen und schätze die Firma sehr.

00:14:33: Hab auch immer meine Vorgesetzten geschätzt.

00:14:35: Sonst wäre ich nicht so lange geblieben Bis dann, und jetzt kommt die Antwort eigentlich auf deine Frage.

00:14:41: Warum bin ich denn von Henkel weg?

00:14:44: Weil das damals ... Das erste Mal tatsächlich war, dass es in gewisser Weise zu einem Bruch mit meiner Führungskraft gekommen ist.

00:14:53: Also wir haben uns auf gut Deutsch einfach nicht verstanden.

00:14:59: Ich konnte mit der nicht.

00:15:01: Sie konnte wahrscheinlich auch mit mir nicht.

00:15:03: Das beruht ja immer auf Gegenseitigkeit meistens.

00:15:07: Und das war einfach tatsächlich, was hat da nicht gepasst?

00:15:12: Für mich war das in gewisser Weise ein Betekonflikt.

00:15:15: Ich bin kein Mensch der im ersten Sachkonflikte irgendwie die Flinte ins Korn schmeißen würde – ganz und gar nichts!

00:15:24: Sonst wäre ich auch nicht zwanzig Jahre da geblieben, Sachkonfikte gehören... zum geschäft dazu, die bereichern meistens.

00:15:31: Meistens kommt nach dem konflikt was besseres raus also das man vorher hatte weil man sich reibt und besser wird.

00:15:38: aber bei einem wertekonflikt ist das eben ein bisschen anders gelagert für mich zumindest und da ging es eben sehr stark auch um werte wie führe ich teams Gradlinik verfolge ich, Strategien oder ändere ich die Allernaßlagen wiederum aus schwierig erklärbaren Gründen und so weiter.

00:16:01: Und sofort ... Das war dann einfach was wo ich gesagt habe nee das will nicht, so will ich nicht arbeiten und es zeichnete sich eben ab dass sich das auch nicht ändern wird.

00:16:13: Dann hab' ich gesagt weißt du was?

00:16:14: also ich bin jetzt zwanzig Jahre dabei Ich nehme auch eine Abfindung mit, wenn ich gehen soll.

00:16:23: Und im Endeffekt war das dann die Entscheidung, die wir gefunden haben oder getroffen haben und ich glaube es ist wichtig über so was zu reden dass nicht immer in einem Lebenslauf alles ganz freiwillig geschieht.

00:16:40: Manchmal kommt man an Punkte wo man sagt naja Was ist das jetzt eigentlich, bin ich aus der Firma rausgeschmissen worden oder habe ich selbst gekündigt?

00:16:52: Das ist dann so eine Twitter-Position in der man da steckt.

00:16:59: Und das muss man aber auch akzeptieren und ich finde es hat nichts mit Scheitern zu tun.

00:17:06: Es ist dann irgendwo ein sehr bewusster Schritt den man machen muss.

00:17:10: für sich Will ich noch weiter bei dieser Firma bleiben unter diesen Umständen?

00:17:15: Es ging ja nicht gegen Henkel, es ging um diese konkreten Umstände.

00:17:19: Wie gesagt, Henkel ist eine ganz tolle Firma und dann muss man auch den bewussten Schritt machen und zu sagen ne da gehe ich jetzt weg oder ziehe ich jetzt weiter so.

00:17:31: und dann bin ich sehr glücklich mit einer glücklichen Fügung sehr schnell bei Racket gelandet in Heidelberg und habe von Heidelberg aus, also Heidelberger ist das deutsche Headquarter für Wreck-It.

00:17:48: Und habe von dort aus die ganze Dachregion und auch Skandinavien betreuen dürfen als Geschäftsführerin und Regional Director.

00:17:57: Das war natürlich auch ganz toll!

00:17:59: Auch eine wunderbare Firma, ganz anders als Henkel.

00:18:03: aber ja da bin ich dann drei Jahre geblieben.

00:18:09: Die Frage stellt sich Wie du dann erschienen hast, den nächsten Schritt zu gehen.

00:18:15: Warum wieder von Racket weg?

00:18:18: Ja ... Endeffekt war das dann ganz anders gelagert.

00:18:24: Das waren tatsächlich private Gründe, die mich da getrieben haben.

00:18:28: und warum private Gründen?

00:18:30: Na ja, weil ich ... bevor ich zur Rackett gekommen bin, war ich sechs Jahre lang verhängt im Ausland gewesen in den USA und in Mexiko war dann schon sehr glücklich, wieder in Deutschland zu sein nach sechs Jahren.

00:18:47: Heidelberg hat mir gut gefallen und die Umgebung dort hat mir sehr gut gefallen.

00:18:51: Zu dem Zeitpunkt hatte ich eine ganz kleine Tochter.

00:18:54: Inzwischen ist sie ein bisschen älter und nähert sich dem Ende der Grundschule so langsam aber sicher.

00:19:01: Aber damals war die halt noch sehr klein.

00:19:03: Dann hatte ich noch einen Hund ... Und die bei ... Racket hatte ich in Heidelberg die höchste Position schon bekleidet, die ich überhaupt eben in Deutschland bekleiden kann.

00:19:18: Das heißt es wäre jetzt der nächste Schritt gewesen.

00:19:23: Dieser nächste Schritt hätte mich ins Ausland wieder gebracht entweder in irgendeiner anderen Geschäftsführungsrolle, irgendeine anderen regionalen Rolle oder vielleicht auch eine Headquarter-Rolle in Großbritannien, aber es hätte auf jeden Fall bedeutet einen Schritt aus Heidelberg.

00:19:38: Nicht nur aus Heidlberg raus sondern auch aus Deutschland raus.

00:19:41: und das wollte ich zu dem Zeitpunkt nicht.

00:19:44: Da habe ich gesagt nein, ich möchte... Ich hab jetzt hier gerade wieder Fuß gefasst und habe eben gerade ein sehr fragiles System sozusagen familiär und da möchte ich jetzt hier bleiben.

00:19:54: und dann war natürlich die Frage Ich bin eigentlich inhaltlich sehr ungern von Wecket weggegangen, muss ich auch sagen.

00:20:00: Es hat mir super gut gefallen eine ganz tolle Dynamik.

00:20:03: da hätte es noch viel zu machen gegeben.

00:20:06: aber wie gesagt manchmal habe mich oft für die Karriere entschieden und weniger fürs Privatleben.

00:20:12: und da habe ich mich jetzt mal anders entschieden mehr fürs Private Leben als für die karriere und hab mir dann natürlich überlegt Mensch was machst du jetzt?

00:20:21: Da bist du dann nur bei großen internationalen Konzernen, eben mit Henkel und Racket.

00:20:27: Das gefällt mir auch sehr gut so ein Umfeld.

00:20:30: Und da war natürlich der Gedanke, ja gehst du jetzt zum nächsten großen internationalem Konzern aber ... Ja, da wär ich wahrscheinlich drei, vier Jahre später wieder vor derselben Fragestellung gestanden.

00:20:42: Wo geht's jetzt hin?

00:20:45: In welches Land?

00:20:47: und deshalb habe ich mich dann nach langem überlegen, dafür entschieden zu sagen... Ich mache mal tatsächlich einen Wechsel.

00:20:55: Ich gehe weg von den internationalen Konzernen und wende mich mal dem deutschen Mittelstand zu und schaue ob ich da mein Glück finde.

00:21:07: Und so ist das eine sehr, sehr bewusste Entscheidung geworden eben in diesen deutschen Mittelstand zu gehen.

00:21:11: und so bin ich bei März gelandet Und bereue es nicht.

00:21:16: Seit vier Jahren bin ich jetzt hier, ist eine ganz tolle Firma und ein ganz toller Job.

00:21:21: Auch das ja für dich einen bedeutenden Schritt.

00:21:24: Du bist in einem neues Umfeld vorgestoßen, betreust hier in deiner Geschäftsführer Position den FMCG-Markt innerhalb von März.

00:21:38: In der Gesamtgruppe, im Kontext wie ist denn die Märzkruppe insgesamt aufgestellt?

00:21:44: Also die März-Group ist eigentlich recht groß schon.

00:21:49: Es klingt manchmal finde ich komisch, es als Mittelständler zu bezeichnen weil das eigentlich schon über zwei Milliarden Euro Umsatz sind.

00:21:58: also das ist schon verdammt großer Mittelständer.

00:22:02: aber gut die Definition reicht weit eines Mittelständlers und März ist auch durchaus global unterwegs.

00:22:09: Also März gibt es in allen Regionen der Welt.

00:22:14: Es gibt drei Hauptgeschäftsbereiche.

00:22:17: Das ist die Aesthetik, Therapeutics und Livecare.

00:22:21: Die letzte eben wo ich bin und die Position der CEO begleite.

00:22:28: Die Livecare ist der kleinste Teil.

00:22:30: Der größte Asset ist Merz Aesthetiks.

00:22:34: Merz Aesthetics beschäftigt sich mit ästhetischer Medizin.

00:22:37: Die machen Faltenbehandlungen, Hautlifting also alles was ich um die Schönheit dreht aber eben im medizinischen Sinne über Injektion beispielsweise Ultraschall Behandlungen solche Dinge.

00:22:50: und der zweite Assets zweitgrößte Asset ist die Merz Therapeutics.

00:22:56: Die ist auch ein klassisches Pharma-Unternehmen, stellt Therapeutiker für die Neurologie und auch für die Dermatologie her.

00:23:05: Ja, dann eben ich als FMCG Bereich mit der Livecare.

00:23:09: Das heißt meine zwei großen Schwestergesellschaften sind klassische Pharmaunternehmen Und die Livecare wir machen eben in gewisser Weise ja auch Produkte, die durchaus einen wissenschaftlichen Pharma Hintergrund haben weil wir durchaus ein paar Medizinprodukte und auch Arzneimittel haben, die aber alle frei verkäuflich sind im Druckeriemarkt.

00:23:33: Und auch im Lebensmittel-Einzelhandel.

00:23:34: Also unsere Produkte findet man bei DM, bei Rosmann, bei Edi Kavarewe.

00:23:40: Da machen wir von der Halsschmerztablette über das Nasenspray, von der Magnesium-Tablette Vitamin C also alle möglichen Vitaminmineralien, Tusten, Erkältungsgeschichten ... Verdauungsgeschichten.

00:23:55: Das ist das, was Merz Livecare

00:23:57: macht.".

00:23:58: Ja und den Badezusatz, den erwähne ich hier auch noch an der Stelle?

00:24:02: Ja sehr gut!

00:24:04: Badezusätze sind eigentlich sogar die Wiege der Marke TT-Septer.

00:24:11: also das habe ich noch gar nicht erwähnt welche Marken dahinter stecken weil Merz livecare kennt ja normalerweise niemand.

00:24:18: Aber unsere Hauptmarke ist die Marke TTsept.

00:24:21: Und da sagen dann die meisten, ja ja, TT-Sep das kennst du!

00:24:25: Das habe ich schon mal bei DM oder bei Rosmann gesehen.

00:24:27: und TT-Sept hat seinen Ursprung in den... Bade zusetzen und das ist immer noch ein ganz wichtiger Bereich für uns.

00:24:34: Und vielleicht um dann auch noch gerade die anderen Marken zu erwähnen, die jetzt zu uns gehören... Das ist noch die Marke Merz Spezial.

00:24:40: da sagen auch ganz viele Ah ja!

00:24:42: Da habe ich mal irgendwie in den neunzigern Werbung gesehen.

00:24:46: Also man erinnert sich lange zurück auf die Merz-Spezialtragis und dann gehören auch noch die Marken SOS und Zirkulin zu uns.

00:24:56: Was würdest du sagen, was sind denn die Unterschiede zwischen Pharma und FMCG?

00:25:06: Ich kann das natürlich nur aus meiner Warte tatsächlich beschreiben.

00:25:10: Also aus der Perspektive eines FMC G-Lusts.

00:25:13: Denn ich habe ja nie tatsächlich in einem Pharmaunternehmen gearbeitet und sehe also dass was ein Pharma Unternehmen macht auch nur von der anderen Seite des Zauens sozusagen.

00:25:24: aber das was ich aus meiner Perspektiv definitiv wahrnehme ist Der große Unterschied ist die Geschwindigkeit.

00:25:31: Die Geschwindigkeit bei FMCG, die ist einfach enorm.

00:25:35: Sowohl die Innovationsgeschwindigkeit, die Marktzyklen und die gesamte Agilität, die in so einer Organisation an den Tag gelegt werden muss.

00:25:46: Es ist halt auch etwas weniger reguliert natürlich als Farmer.

00:25:50: Das muss man ja zur Verteidigung der Farmerleute sagen.

00:25:53: Die sind halt extrem stark reguliert aus gutem Grund.

00:25:58: in unseren Produktkategorien oder an den meisten unserer Produktkategory nicht der Fall.

00:26:04: Und deshalb können wir uns auch diese Agilität leisten und diese Innovationsgeschwindigkeit leisten, aber die wird auch gefordert.

00:26:11: also ohne diese Innovionsgeschwindigkeit kommen wir am Markt nichts recht.

00:26:16: Wir sind wie alle, wie jedes Shampoo, wie Jedes Geschirrspülmittel unterliegen wir denselben Innovationszyklen.

00:26:24: sozusagen der Kunde in diesen Bereichen fordert.

00:26:28: Und da gibt's zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst große Listungsfenster ... Da müssen die Innovationen her und zwar nicht nur ein oder zwei, sondern das sind dann Dutzende von Neuprodukten, die auf den Markt kommen, weil der Markt eben auch Trends unterliegt ja?

00:26:48: Die Kunden oder die Konsumenten entsprechend Neupprodukte fordern.

00:26:51: Das macht mir natürlich sehr viel Spaß!

00:26:53: Also das ist da wo ich herkomme dass das was ich gewohnt bin und das, was ich auch kann.

00:27:02: Was ist eigentlich die letzte Neuprodukteinführung von der Merz Live Care?

00:27:08: Also wir sind ja gerade jetzt im Frühjahr, also das heißt, wir haben jetzt ein paar neue Produkte gemacht.

00:27:13: es gibt jetzt ... Wir haben eine neue Magnesium-Plattform.

00:27:17: Magnesiom ist einer unserer größten Produktbereiche.

00:27:23: Da haben wir eine neue Dosierungplattform, Magnesium-Sixhundert Milligramm.

00:27:28: Dann haben wir noch jetzt neue Melatoninprodukte auf dem Markt das erste Mal ein Melatoninspray.

00:27:35: Wir haben auch einen Melatonine mit einer vier Milligrammen Dosierung auf den Markt für besseres Einschlafen schnelleres einschlaffen und durchschlafen.

00:27:44: Das sind so.

00:27:45: Jetzt mal ein paar neue Produkte.

00:27:47: Und dann kann ich dir vielleicht noch ans Herz legen, unser Märzspezial Collagenpulver.

00:27:52: Das ist auch neu gekommen, probier das mal aus!

00:27:57: Ja jetzt auch sehr, sehr spannend.

00:28:00: und wenn man auch deine LinkedIn-Kommunikation verfolgt der Mercher mit Winster.

00:28:09: Die ersten einhundert Tage als Gemeinschaftsbetrieb sind vorbei.

00:28:15: Was steckt dahinter?

00:28:18: Ja, jede Menge Arbeit vor allen Dingen.

00:28:21: Und zwar nicht nur von mir sondern von der gesamten Organisation.

00:28:26: also so ein Merger zu heben oder einen Merger machen das ist schon enorm und vielleicht einfach auch nochmal zur Einordnung für die Zuhörenden.

00:28:39: Der eigentliche Merger hat schon zum ersten, ersten, zwei-tausendfünfundzwanzig stattgefunden.

00:28:45: Also wir sind jetzt schon ein, ein Vierteljahre quasi gemeinsam aber... Wir waren eigentlich immer noch so ein bisschen zwei getrennte Unternehmen an zweigetrenten Standorten, die jetzt zwar organisatorisch theoretisch zusammengehört haben.

00:29:02: Aber wir waren auch nicht so richtig zusammengewachsen und wir haben uns halt im ersten Jahr sehr damit beschäftigt unsere IT-Systeme zu harmonisieren, um zu beginnen Prozesse zu harmonisiere.

00:29:14: Und wir sind dann schlussendlich jetzt zum Ersten, Erstens, an einen Standort zusammengezogen und haben dadurch ein Gemeinschaftsbetrieb entstehen lassen im arbeitsrechtlichen Sinne.

00:29:28: Und ja, das sind jetzt die hundert Tage, die dieser Gemeinschafterät steht.

00:29:35: Wie gesagt es war sehr viel Arbeit.

00:29:37: Das ist ein großer Merger gewesen weil Winston Medical ungefähr dieselbe Größe hat PMAL-Daumen wie die Merz Live Care auch.

00:29:46: Das heißt, wir haben uns mit diesem Zugauf und diesem Merger verdoppelt im Umsatz in der Anzahl der Marken, die wir haben.

00:29:55: Wir haben uns nicht ganz verdoppelten in der Personenzahl im Headcount aber das war jetzt natürlich enormer System Integration, Prozess Integration und vor allen Dingen eigentlich fast noch schwieriger Strukturen, Kultur, Integration.

00:30:12: Weil es da halt um Menschen geht, ne?

00:30:14: Systeme sind immer so ein bisschen ... ja, äh ... Das ist vielleicht viel Arbeit das zu machen und dann kann auch viel schiefgehen, ja!

00:30:25: Ich möchte das nicht runterspielen, gerade so eine SAP-Einführung bei Winster.

00:30:30: Das ist schon ein Riesenakt.

00:30:33: Aber in gewisser Weise ist ein System eben nur ein System Und das gibt auch nicht so viele Widerworte und das hat auch keine Seele, keine Emotionen und kein Herz.

00:30:44: Aber wenn ich natürlich in eine Strukturintegration gehe – eine Kulturintegration – dann habe ich es mit Menschen zu tun!

00:30:50: Die Menschen haben ihre eigenen Meinungen und die Menschen geben Widerwirte richtigerweise und natürlich auch Lob.

00:31:00: Es gibt von allem was, es gibt Momente wo die Leute sagen super was wir hier machen.

00:31:05: Es gibt Momenten wo die Leuten sagen oh mein Gott ja was macht ihr mit uns?

00:31:10: Beides gibt's und das sind natürlich einfach Dinge die so ein bisschen tiefer gehen und an die Substanz der Leute gehen.

00:31:20: Das ist sehr spannend auf der einen Seite das Führen zu dürfen in meiner Position und auf der anderen Seite sehr spannend damit auch selber lernen zu können.

00:31:34: Also das ist ja keine einfache Sache, und es ist immer wieder ein Prozess wo man sich selbst reflektieren muss ob man eigentlich noch auf dem richtigen Weg ist Und wie man die Leute bei der Stange hält.

00:31:50: Das ist sehr spannend.

00:31:52: Wird das gerne noch vom Standort abholen?

00:31:55: Wo war Winster ursprünglich?

00:31:58: in Deutschland positioniert?

00:32:03: In Frankfurt.

00:32:04: Tatsächlich, da hatten wir sehr viel Glück.

00:32:07: Wir sind mit der Merz Live Care, haben ja unseren Standort oder Hauptstandort in Frankfurt und Winster Medical hatte das auch.

00:32:16: Wir lagen ein paar Kilometer auseinander die Winsters ... in Richtung Frankfurter Flughafen und die Merz Leifkehr ist im Norden von Frankfurt am Rietberg.

00:32:29: Und es war also relativ schnell klar, dass das nicht sonderlich viel Sinn macht auf Dauer zwei Frankfurters Standorte beizubehalten.

00:32:37: Das war schnell klar, dass wir in einen Standort gehen würden.

00:32:41: Wir mussten dann nur noch entscheiden welcher es werden würde.

00:32:44: Platz gab es auf beiden Seiten und wir haben uns dann schlussendlich für den Standort am Riedberg entschieden weil wir dort auch mit der Merz Livecare schon eine relativ ausgeprägte Laborlandschaft hatten Und die wäre am Flughafenstandort gar nicht möglich gewesen, da Labore hinzusetzen.

00:33:03: Wir wollten auch in der Nähe unserer Labore bleiben.

00:33:06: also wir wollten nicht den R&D Teil vom Rest der Organisation örtlich trennen und haben uns deshalb entschieden den Winster-Standort aufzugeben und eben an den Reetberg zu ziehen.

00:33:20: Daneben gibt es noch andere Standorte.

00:33:24: Winster hat einen Standort im Bielefeld Der macht auch sehr viel Sinn, der läuft weiter.

00:33:31: Und die Merz Leifke hat noch einen Standort in Zühlpich weil wir da unseren Logistikdienstleister sitzen haben und unser Lager sitzen haben.

00:33:40: Ja das sind so ein paar ... Die zwei Satelliten-Standorte sozusagen, die wir noch haben.

00:33:45: Jetzt zumal man ja auch gemeinhin bei Zusammenschlüssen davon ausgeht dass kleinere geht in dem Großen auf in diesem Fall wie gesagt ähnlich große Strukturen zurückblickst?

00:33:58: Den Fahrplan, den du dir damals oder ihr euch in der Gesamtheit festgelegt habt.

00:34:03: Wo würdest du sagen hättest du eine Stellschraube anders gesetzt?

00:34:08: im Rückblick?

00:34:11: Ganz ehrlich gibt es die noch nicht.

00:34:15: Frag mich nochmal in zwei drei Jahren wenn ich dann rückblicke ob ich dann was habe wo ich sage oh das würde ich jetzt anders machen aber da bin ich noch nicht.

00:34:29: Was ich allerdings sagen kann, ist dass durchaus nicht alles so gelaufen ist und so stattgefunden hat in der Integration wie ich das ursprünglich mal geplant habe.

00:34:42: also das muss ich schon sagen, dass wir immer wieder on the fly sozusagen unsere Strategie immer wieder angepasst haben und an das, was wir eben festgestellt haben.

00:34:58: Und du sagst es gerade der kleinere geht im größeren auf.

00:35:02: so jetzt habe ich zwei Unternehmen die annähernd den gleichen Umsatz haben.

00:35:05: da ist nicht so ganz leicht zu entscheiden wer ist denn jetzt?

00:35:08: Der kleineren wäre es der größere.

00:35:10: aber ich hatte ja auch erwähnt dass die mitarbeitenden zahl eben durchaus unterschiedlich ist.

00:35:15: da sprechen wir über ich sage mal pimal gar um hundert leute von der winster Und da würde man jetzt natürlich schon sagen, auch die hundert integrieren sich in die dreihundert sozusagen.

00:35:31: Das war auch eigentlich unser Gedanke von Anfang an dass wir an den Strukturen der Merz live gar nicht so viel ändern sondern einfach nur sozusagen gucken wo wir jetzt die Winster Leute in diese Strukture reinkriegen.

00:35:49: Und das mussten wir aber schon revidieren dann.

00:35:52: Wir sind tatsächlich so mit diesem Gedankengang in den Prozess gestartet und haben dann aber gesagt, ne Moment mal.

00:35:58: also es handelt sich ja auch nicht nur um zwölf oder zwanzig Leute von Winster die da integriert werden müssen Es sind immerhin hundert.

00:36:05: Das ist schon eine ordentliche Zahl von Leuten.

00:36:09: und wenn ich Hundert Leute in der dreihunderte Organisation eingliedere Dann funktioniert das eigentlich nicht ohne dass ich strukturelle Änderungen vornehme.

00:36:21: Ich muss Teamgrößen anpassen, ich muss Teamzuschnitte anpassen... ...ich muss Reporting Lines nochmal ändern und vielleicht noch mal über andere Hierarchie-Ebenen nachdenken.

00:36:30: also da gibt es etliches was dann doch noch zu machen ist.

00:36:35: und wir sind natürlich auch irgendwo an den Punkt gekommen wo wir sagen Mensch sollen wir jetzt eigentlich wirklich nur in Anführungsstrichen diese Integration machen, diese strukturelle?

00:36:48: Oder sollen wir eben dieses Momentum, das wir dann haben wo wir eh umbauen müssen.

00:36:52: Wo wir eh viel anpacken müssen, sollen wir dieses Momentem nicht verwenden?

00:36:57: Um einfach die Gesamtfirma noch besser zu machen und strukturelle Dinge anzupassen, die vielleicht... eh schon so latent auf unserer To-du-Liste standen oder auf unsere Ideenliste standen, die wir aber bis dato nicht angefangen hatten.

00:37:10: Aber wo man immer sagt ach eigentlich müsste man mal dies und jenes machen um sich eben zukunftsrecht aufzustellen.

00:37:17: So eine Firma ist ja ein ständigen Wandel.

00:37:20: Und da haben wir dann gesagt Mensch jetzt ist der Moment gekommen.

00:37:24: Es wäre blöd wenn wir jetzt einfach nur die Integration machen und ein Jahr später wieder alles anfassen und sagen so Jetzt müssen wir uns aber Zukunftsorientiert aufstellen sondern zu sagen, jetzt machen wir beides in einem.

00:37:37: Jetzt machen wir die Integration und sozusagen diese zukunftorientierte Struktur in einem was dann eben bedeutet wird Wir machen nicht nur es gehen nicht nur hundert Leute durch eine Change Curve Sondern es gehen jetzt alle durch die Change Curves.

00:37:51: Und das ist weil ganz viele neuen Job haben Neue Job Description Haben neue Vorgesetzte haben etc.

00:37:58: Etc.

00:37:59: Das ist natürlich ein riesen Riesenrad Was wir da drehen An der Stelle vielleicht noch mal, falls das hier irgendjemand aus meiner eigenen Firma auch hören sollte.

00:38:09: Ein Riesen Dank ... dass da alle so mitziehen, mitgezogen haben und weiterhin mitziehen.

00:38:16: Ich weiß, da ist noch nicht jeder durch die Change Curve durch aber... Das wird jetzt dann auch bald soweit sein!

00:38:24: Vielen lieben Dank für deine Offenheit.

00:38:27: Aber auch dieser notwendige Schritt, das Gesamte anzupacken und dann eben auch grundsätzliches zu hinterfragen, verbunden mit neuen Prozessenverantwortlichkeiten, Titeln.

00:38:42: Sehr sehr wichtig!

00:38:43: Wenn du jetzt mal betrachtest... Du meintest schon der Prozess ist weit, aber er ist noch nicht abgeschlossen.

00:38:51: An welchem Punkt steht dir da ganz konkret?

00:38:55: Ja, es steht tatsächlich nicht mehr so gigantisch viel an.

00:38:58: Wir haben die Systemlandschaft hinter uns, wir haben die Prozesse weitgehend hinter uns und wir haben jetzt die Struktur quasi hinter uns.

00:39:06: Was noch ansteht ist ... wir haben immer noch zwei Lager, die eben aus der ... aus dem Kauf heraus kommen ein MLC-Lager, Merz Live Care Lager und ein Winster Lager.

00:39:18: Die werden wir jetzt zusammenlegen, da sind wir gerade schon dabei die erste Ware umzuziehen.

00:39:23: das wird jetzt dann auch in den nächsten paar Monaten abgeschlossen sein.

00:39:26: Und dann sind es halt natürlich tatsächlich noch ein paar ja weniger Ein paar Prozesse die aber nicht über den Core Prozesses sind.

00:39:37: Prozeste zum Beispiel wie unsere Qualityprozesse, unsere Governance-Prozesse.

00:39:45: Consumer Hotlines und so weiter.

00:39:47: Das sind einfach noch Dinge die wir in der nächsten Zeit angleichen müssen.

00:39:50: Und was wir auch noch angleiche müssen ist, sind in gewisser Reise Gehaltsstrukturen.

00:39:57: Die Merz Life Care war immer schon lange im Tarifvertrag.

00:40:03: Die ganze Merz Gruppe ist im Tarift Vertrag.

00:40:05: Winster Medical ist nicht im Tarivvertrag gewesen.

00:40:10: Daher haben wir noch quasi diesbezüglich eine Zweiklassengesellschaft.

00:40:15: Wir haben viele Benefits schon angeglichen tatsächlich zwischen den beiden Firmen, aber den Tarif steht uns noch bevor.

00:40:23: Das heißt das ist jetzt auch an die Mannschaft schon kommuniziert worden.

00:40:27: Wir werden Winston den Tarifen mit reinnehmen und dass es noch ein großes Brett was wir bohren müssen weil so ein Tarif ist komplex da sind ganz ganz viele Elemente drin hunderte Seiten rechtliche Dokumente sozusagen, die da durchgegangen werden müssen und angepasst und umgesetzt werden müssen.

00:40:49: Und das nehmen wir jetzt gerade in den Angriff.

00:40:51: Das wird noch ein bisschen dauern bis wir da dann endgültig durch sind.

00:40:55: Aber das ist so.

00:40:56: das letzte große Brett, glaube ich, dass wir bohren.

00:41:00: Und es wird ein schönes Brett für die Mitarbeiterin.

00:41:04: Auch dieser Einblick ja?

00:41:06: Es zeigt doch sehr deutlich Ja, verschiedenen Herausforderungen dieser unterschiedlichen Herausforderung den du dich stellen musst, die euch als gesamte Organisation stellt.

00:41:23: Speziell mit Blick

00:41:25: auf

00:41:26: diese Aufgabe, um die Transformation zu gestalten.

00:41:30: Wie würdest du insgesamt hier deine Rolle beschreiben?

00:41:35: Äh ja gute Frage.

00:41:37: ich glaube das sind hauptsächlich zwei Dinge.

00:41:43: Einmal ist es Orientierung geben, also diese Vision aufmahlen quasi den Nordstern definieren.

00:41:55: Das gehört ja grundsätzlich zu der Rolle eines CEOs jetzt unabhängig davon ob man in einer Transformation oder Merger drin ist aber umso wichtiger wenn man eben eine Transformation ist diese Vision zum Besten zu geben diese Orientierung und das zweite Reden, reden, reden.

00:42:14: Also Kommunikation, Kommunikations-, Kommunikions-, das ist glaube ich das A und O. Und in der Kommunikion heißt es auch dass man Dinge immer wieder sagen muss vielleicht aus unterschiedlichen Perspektiven sagen muss mit unterschiedlichen Worten sagen muss bis man tatsächlich zu jedem durchgebrungen ist.

00:42:38: Das war für mich auch ein Learning, weil manchmal bin ich angesprochen worden beispielsweise von meinem Leadership-Team die gesagt haben.

00:42:48: Die Organisation ist noch unsicher in Aspekt X oder Y und ich dann gesagt habe ja aber das hab' ich doch alles schon gesagt.

00:42:56: also wo sind die denn da jetzt noch unsich?

00:43:00: Ich hab's doch schon kommuniziert wohin.

00:43:03: Aber da merkt man dann eben, ja.

00:43:04: Aber einmal kommunizieren reicht einfach nicht das ... Da kommt auch so viel, so viele Eindrücke auf die Leute.

00:43:12: Soviel neue Information kommt auf die Leute in so einem Merger.

00:43:16: Die können sich auch nicht alles merken und sie können auch nicht alle gleich verdauen sozusagen.

00:43:20: Und manchmal hören Sie vielleicht was aber das geht dann da rein und wieder raus weil Sie grad mit etwas ganz anderem eigentlich beschäftigt sind im Kopf.

00:43:29: Und insofern muss man sowas immer wieder kommunizieren und immer wieder gucken, wo stehen die Leute gerade?

00:43:36: Wo muss ich sie eigentlich abholen.

00:43:39: Manchmal kommt man sich so ein bisschen vor wie eine Schaltplatte mit einem Kratzer.

00:43:45: Aber das ist man nicht!

00:43:48: Da muss man dann über seinen eigenen Schatten springen oder für dieses eigene Gefühl des Unwohlseins sozusagen weil man manchmal das Gefühl hat... Ich wiederhole mich doch ständig.

00:43:58: Also ich sag doch immer wieder das Gleiche, aber es ist wichtig, immer wieder dass gleiche zu sagen und immer wieder neue Worte dafürzufinden oder andere Anlässe dafürzufünden.

00:44:09: Ja.

00:44:10: Hier würde mich noch mal interessieren auch welche Kommunikationswege du konkret nutzt?

00:44:17: In unserem Vorgespräch hatte ich dir schon gesagt, dass ich sehr schätze wie offen, menschlich nah du überlegt inkommunizierst.

00:44:25: Welche Wege willst du insgesamt für die Kommunikation?

00:44:33: Ja, zum einen natürlich Town Halls.

00:44:36: Wir machen also All Employee Meetings in irgendeinem Sinne wo die gesamte Belegschaft zusammenkommt.

00:44:44: das haben wir eigentlich Monatlich, nicht eigentlich.

00:44:47: Das haben wir monatlich.

00:44:48: Wir haben monatliche sogenannte Connects die eigentlich von Mitarbeitenden für Mitarbeiter sind aber wo ich natürlich als Geschäftsführerin auch dabei bin und auch die Plattform nutzen kann um dort Botschaften rüber zu bringen.

00:45:03: das ist ein bisschen ja niedrigschwellig.

00:45:07: das Format sag ich mal.

00:45:08: dann haben wir einmal im Quartal einen Townhall wo auch wieder eben alle dabei sind dass ein bisschen strategischer aufgehängt ist und wo eben ich mit meinem Lead-Team zusammen kommuniziere.

00:45:22: In all diesen Formaten gibt es immer Q&As, auch Tools, ja anonymisierte Tools, wo die Leute eben sozusagen auch im sicheren anonymen Bereich ihre Fragen reinstellen können über einen QR-Code.

00:45:40: Sie können sie natürlich auch in Plenum stellen.

00:45:43: Wir haben grundsätzlich eine Kultur, wo sehr offene Austausch ist.

00:45:47: Also die Leute trauen sich Fragen zu stellen.

00:45:49: aber gerade die Leute, die von Winster beispielsweise gekommen sind hatten nicht so ne offene Q&A-Kultur in ihrer Firma und sind vielleicht noch ein bisschen unsicher, wo sie da jetzt gelandet sind.

00:46:01: Gerade zu Beginn des Prozesses waren sie noch unsicher weil sie uns alle natürlich nicht kannten von der Merz Live Care und haben sich da vielleicht nicht so getraut fragen im Plenum zu stellen sondern haben dann eben eher die anonymen QR-Codes benutzt.

00:46:15: Das machen wir ganz stark, ich habe einmal im Jahr ein All Employees Summit wo wir tatsächlich zwei Tage lang mit der gesamten Belegschaft extern gehen und uns feiern aber auch über unsere Achievements und über unsere Strategie sprechen.

00:46:32: das machen wir tatsächlich mit jedem also runter bis zum letzten Mitarbeitenden.

00:46:38: Ich mache hin und wieder Coffeechats nenne ich sie virtuell viel, weil wir viel auch im Homeoffice arbeiten.

00:46:49: Also wir haben eine sehr kulante Mobile-Work Regelung und da picke ich mir immer mal wieder Leute raus aus verschiedenen Abteilungen oder auch aus verschiedenen Hierarchieebenden von Winster, von Merz Leifke und stelle denen einfach nach halben Stunden Coffeechat ein um mal so zu hören was sie zu sagen haben.

00:47:09: Das finde ich unheimlich spannend, ein bisschen das Ohr an der Organisation zu haben weil ich eben selbst auch von unseren Mobile Work Regelungen Gebrauch mache dann auch nicht gigantisch oft im Büro bin.

00:47:24: Und ich bin auch ganz ehrlich gesagt nicht der Typ, der ... Wenn ich im Büro bin, bin ich nicht der Typ, der gleich durch alle Flure läuft und alle Etagen läuft.

00:47:34: Mit jedem fragt er, was steht dann gerade an?

00:47:37: Was machst du denn grade?

00:47:38: Was tust du grad?

00:47:38: Was denkst du grade?

00:47:40: Das ist nicht so mein Stil.

00:47:41: Es bestimmt ein guter Stil aber erst nicht meiner.

00:47:45: Deshalb nutze ich diese Coffee-Chats.

00:47:47: Ich hab das lieber mit den Leuten eine halbe Stunde ruhig da zu sitzen und mir anzuhören, was die zu sagen haben.

00:47:55: Ja, und wir haben sogar in der Vergangenheit jetzt nicht auf den Merger bezogen.

00:47:59: Aber auf Merz Live Care da habe ich schon viel ... Als wir unsere damals vor vier Jahren, haben wir unsere Unternehmensvisionen und Kultur quasi neu erstellt und ausgerollt.

00:48:13: Da haben wir auch verschiedene Medien genutzt wie zum Beispiel Kunst.

00:48:16: Wir haben mit einer Künstlerin gemeinsam unsere Visionen auf Leinwand gebracht.

00:48:22: Das hängt auch bei uns im im Gebäude.

00:48:26: Diese Bilder, das war ganz toll!

00:48:27: Also es gibt eben auch Leute die sich dann über Kunst mit einer Vision auseinandersetzen mehr als vielleicht mit dem gesprochenen Wort.

00:48:35: Wir hatten sogar einmal bei einer Weihnachtsfeier hatte ich einen Theaterspieler-Sänger-Künstler da der kulturelle Aspekte oder als Firmenkulturaspekte einer Firmekultur in Märcheln verpackt hat.

00:48:53: Das war sehr experimentell, muss ich sagen und ungefähr fünfzig Prozent der Belegschaft haben gesagt.

00:48:59: Oh das war cool!

00:48:59: Und fünfzig prozent haben gesagt, das war jetzt ein bisschen eigenartig.

00:49:05: Aber das sind eben so auch meine Versuche zu sagen auf welchen Ebenen kann ich die Leute erreichen?

00:49:11: Den einen packe ich darüber und den anderen packe vielleicht eher darüber Und den Dritten packe ich wieder über was anderes.

00:49:18: Jeder von uns kommuniziert anders und jeder von uns empfängt Kommunikation anders, deshalb ist es auch ganz wichtig, einfach verschiedene Veranstaltungen zu haben ... und verschiedene Medien zu haben.

00:49:33: Natürlich haben wir auch E-Mail-Kommunikationen.

00:49:35: Es gibt Company Updates per E-mail aber das sind die langweiligsten wahrscheinlich.

00:49:42: Ja ja!

00:49:44: Nein, als dass das begeistert mich sehr, wie ich hier unterschiedliche Wege in der Gebiet habe finde ich richtig toll und ich bin auch ganz große Kunstfan von daher jedes Jahr auf der Basel.

00:49:57: Genau!

00:49:58: Dann würde ich gerne noch mit dir über den einen Aspekt sprechen.

00:50:01: Eingangs fragte ich dich auch nach Werten wenn wir jetzt an Werte von Merz Livecare.

00:50:09: Da liest man sehr oft ein gesunder Mensch, kann auch nur auf einem gesunden Planeten leben.

00:50:17: Kannst du mir dazu gerne noch Einblick geben?

00:50:21: Ja,

00:50:22: gerne!

00:50:23: Das ist unser Wert der Nachhaltigkeit.

00:50:25: also das ist mir schon wichtig.

00:50:26: persönlich ist mir das wichtig und in meiner Rolle als CEO ist mir dass auch wichtig.

00:50:30: und ich habe mich sehr gefreut als ich vor vier Jahren zum März gekommen bin Dass sich da gleich einen Team vorgefunden hat dass sich auch sehr für Nachhaltigkeit interessiert und engagiert.

00:50:44: Und wir sind ja nun mal eben ein Gesundheitsunternehmen, weil die Produkte, die wir herstellen, oder dafür gedacht sind den Menschen gesünder zu machen oder ihm bei der gesund Haltung zu helfen.

00:51:01: Da sagt man natürlich ganz viel um uns herum macht eigentlich den Menschen kranker.

00:51:09: Also Umweltverschmutzung, macht den Menschen krenker.

00:51:14: Klimawandel wirkt sich jetzt auch nicht positiv auf unsere Gesundheit aus.

00:51:18: gerade heute habe ich noch mal in der Nachrichten gelesen das sind zwischen glaube jeder fast jeder zweite deutsche irgendeine Allergie hat.

00:51:25: also auch das nimmt weiter zu.

00:51:28: Wir haben einen ungesunden Lebensstil mit den digitalen Medien die wir im überfluss konsumieren.

00:51:36: Wir ernähren uns nicht sonderlich gesund und das alles trägt natürlich ja eben dazu bei, dass wir latent immer krank, krankheitsanfälliger werden.

00:51:50: Wir werden zwar als Gesellschaft immer älter weil wir eigentlich auch ein ganz gutes Gesundheitssystem haben und guten medizinische Fortschritt haben.

00:51:58: Das bedeutet aber nicht, dass dass wir auch gesund älter werden.

00:52:04: Das ist unser großes Problem, dass wir krank Älter sind.

00:52:08: Es sind nicht unbedingt die positivsten Lebensjahre, die man da zwischen ... ich sag mal im Schnitt, zwischen ... ja, ca.

00:52:16: in den Seventinen und neunzig Jahren durchlebt.

00:52:19: Die sind schon sehr stark durch Krankheit gezeichnet und bei vielen weit vor dem Seventiden oder im Seventen Lebensjahr.

00:52:27: Insofern könnte ich jetzt sagen Es ist ja super, wenn die Leute immer kranker werden.

00:52:34: Weil ich verkaufe Gesundheitsprodukte oder Produkte zur Gesunderhaltung und dann mache ich mehr Umsatz.

00:52:41: Das ist eigentlich in der Koalition so auch richtig.

00:52:46: aber das kann nicht der Sinn der Sache sein.

00:52:50: Wenn ich mich für die Gesundheit einsetze als Unternehmenszweck eigentlich mich auch gesellschaftlich für die Gesundheit einsetzen.

00:52:59: Und da gibt es natürlich viele Aspekte, wo man sich einsetzen kann.

00:53:02: und wir haben uns dafür entschieden diesen gesellschaftlichen Aspekt mit dem Thema Nachhaltigkeit und damit mit dem thema umwelt zu verbinden und sagen eben einen gesunden menschen kann es eigentlich nur auf einem gesunden planeten geben und ich denke das ist ja nicht zu widerlegen.

00:53:24: Und wenn wir alle über Klimakrise reden, dann ist das eigentlich eine Gesundheitskrise.

00:53:29: Das ist eine Menschenkrise, dem Klima ist das Wurscht egal ob es Stürme und Dürren aushalten muss der Mensch die Menschen ist das nicht wurscht, egal ob er Überspannungen und Düren aushalten muss.

00:53:42: und deshalb Klimaschutz auch Menschenschutz, Umweltschutz auch Gesundheitsschutz und darum geht es eigentlich.

00:53:50: Und dafür engagieren wir uns sowohl einfach in der Kommunikation wie jetzt gerade beispielsweise.

00:53:58: aber wir haben uns auch eine Initiative vor einem guten Jahr rausgesucht wo wir uns ein bisschen mehr engagieren.

00:54:08: Das sind die Tiny Forests, das ist im Konzept von Mikrowäldern, die eben in besiedelten bebauten färlsiegelten Gebiet dann entstehen sollen um mehr Biodiversität, besseres Klima den Leuten, die drum herum wohnen bescheren sollen.

00:54:30: und das macht sehr viel Spaß in diesem Projekt zu arbeiten

00:54:34: Genau.

00:54:35: Das ist das systemische Ansatz, dieser ganzheitliche Ansatz eben zu verstehen dass wir alle Entwechselwirkungen sind also jetzt auch mal runtergebrochen vielleicht auf den eigenen Menschen oder auf den Körper.

00:54:46: Also wenn man jetzt einen Knieschmerz hat muss ja nicht vom Knie kommen sondern kann ja auch vom Herz natürlich eine Versorgung kommen Ist auf jeden Fall total wichtig wie viel Verantwortung ein Unternehmen übernehmen

00:54:56: kann Gute Frage ich weiß gar nicht ob ich dir das beantworten kann Denn im Endeffekt, also jeder kann ja immer nur Verantwortung für seinen Bereich übernehmen.

00:55:12: Das heißt ich kann natürlich etwas beitragen zur Gesundheit des Menschen, wenn aber die Leute dann doch entscheiden, acht Stunden auf Social Media zu verbringen und Pommes mit Chicken Nuggets zu essen, da ist das natürlich auch irgendwo mal mein Einflussgebiet vorbei.

00:55:29: Aber ich kann nicht eben Engagement, da kann ich mich natürlich etwas engagieren.

00:55:36: Aber ich sage immer choose your battles!

00:55:38: Ich kann auch nicht die Welt rumdrehen.

00:55:40: ja also ich kann mich jetzt um Ernährung kümmern oder ich kann sich eben ums Mikro-Klima kümmern.

00:55:45: so Jetzt haben wir uns für eins entschieden nämlich fürs Mikroklima.

00:55:51: Wo ich eine direkte Verantwortung habe aus der ich für meine Begriffe auch nicht entlassen werden darf als Unternehmen ist für meine Mitarbeitenden Da kann ich nämlich sehr wohl was für die Gesundheit tun die Benefits, Gesundheitsbenefits, die ich gebe.

00:56:06: Biete ich eine Gym-Membership an ja oder nein?

00:56:09: Am Erzleifke sagen wir Ja.

00:56:11: Habe ich ne gesunde Kantine ja oder Nein?

00:56:14: Wieder ja!

00:56:15: Habe Ich Ne gute Firmenkultur wo ich versuche mit der ich versuchen kann Burnouts zu vermeiden

00:56:21: etc.,

00:56:23: habe ich eine Hotline, wo Leute auch mit familiären oder vielleicht auch psychologischen Problemen in Krisensituationen sozusagen, emotionalen Krisens Situationen anrufen können und Hilfe holen können.

00:56:38: Ja das haben wir!

00:56:40: Und das ist schon ne Verantwortung die ich als Unternehmen übernehmen kann und übernehmen muss also für meine eigenen Mitarbeiterinnen.

00:56:46: Und dann natürlich muss ich Verantwortung übernehmen Also für die Produkte und den Fußabdruck, den meine Produkte hinterlassen.

00:56:55: Und da gibt es noch etliches zu tun.

00:56:57: also wir machen schon viel ich glaube.

00:57:01: aber wir müssen auch ehrlich sagen Wir sind nicht Frontrunner Aber wir nehmen es sehr ernst.

00:57:06: wir haben klare Ziele und wir haben richtig Lust uns da weiterzuentwickeln.

00:57:11: und Ich sage jetzt schon seit zwei Jahren I can't wait for the day.

00:57:16: Freu mich sehr auf den Tag, wo ich endlich recycelbare Blisterverpackungen für unsere Tabletten und Kapseln anbieten kann.

00:57:24: Denn das was es im Moment im Markt gibt von uns und unserer Konkurrenz, das sind sogenannte Verbundverpackung aus Plastik oder Aluminium.

00:57:32: die können nicht recycelt werden.

00:57:33: Die kommen in die Müllverbrennung und das ist sehr schade!

00:57:37: Und da müssen wir etwas dagegen tun.

00:57:39: Das ist nicht der Konsument der was dagegen tun kann oder sonst irgendwer das nur wir.

00:57:44: Das ist unsere Verantwortung und der gehen wir nach.

00:57:46: Wir haben auch so einen Prototypen, wir fahren Pilote um das zu beheben Und das werden wir tun.

00:57:57: Ich würde gerne noch einmal zurück zu dir kommen als Mensch.

00:57:59: ich habe Eingangs hier auch schon gesagt du möchtest ja ausstellen wie sehr deine Deine Klarheit deine Natürlichkeit deine Offenheitsschätze in deiner Position ohne ja klassischen, ich sag mal Geschäftsführersprech wo man sich nicht in die Karten schauen lassen möchte.

00:58:22: Wie kam es dazu dass du für dich diesen Weg entschieden hast?

00:58:26: Ich glaube ich kann gar nicht anders oder ich kann natürlich schon anders aber nicht dauerhaft.

00:58:36: Ich glaube, das ist immer das was man für sich selbst entscheiden muss.

00:58:39: Was kann man lange durchhalten?

00:58:40: Also natürlich kann ich auch Geschäftsführer sprechen und ich kann mich sehr gut anpassen und kommunizieren ob ich vor meiner Mannschaft stehe oder mit meiner Tochter rede oder ob ich vorm Board stehe Oder ob ich irgendwo eine Keynote halte.

00:58:55: Aber irgendwo schlägt dann doch ein gewisser Stil durch Und... Für mich ist aber diese Authentizität eine Energiequelle.

00:59:06: Also wenn ich mich jedes Mal, wenn ich anders kommunizieren müsste was ich kann aber wenn ich das dauerhaft und immer machen muss dann kostet das Energie an.

00:59:19: diese Energie ist besser woanders eingesetzt denke ich und insofern ist es für mich eine absolute Energiequelle so sein zu können wie ich bin.

00:59:29: Und ganz ehrlich, ich habe damit auch positive Erfahrungen gesammelt oder habe positives Feedback bekommen.

00:59:34: Also wenn ich damit jetzt immer gegen die Wand gelaufen wäre hätte ich wahrscheinlich irgendwann gesagt naja müssen wir jetzt doch anders machen oder ich wäre halt nicht da gelandet wo ich gelandete.

00:59:45: aber meine Erfahrung ist sei einfach wie du bist und guck mal wie deine Umwelt darauf reagiert und dann passt das ja vielleicht.

00:59:59: Und es gab auch durchaus einen Moment beispielsweise in meiner ... Als ich bei Racket war, gerade bei RACKET angefangen hatte.

01:00:07: Da war die Kultur doch sehr anders.

01:00:12: Und da gab's mal ein Moment wo ich kurz gezweifelt hab an mir und gesagt habe, wenn ich jetzt so weiterhin bin wie ich eigentlich bin wird mir das vielleicht negativ ausgelegt.

01:00:23: Ich hab damals die Flucht nach vorne ergriffen und hab gesagt dann muss ich mit meinem Vorgesetzten darüber sprechen und habe gesagt, lieber Reinhardt.

01:00:34: Ich hab das beobachtet, dass man sich hier so und so verhält.

01:00:40: Ich verhalte mich aber nicht so.

01:00:42: Ich würde mich eher X, Y oder Z verhalten.

01:00:47: Ist das in Ordnung für dich?

01:00:48: Ich würde das gerne so weiterführen aus folgenden Gründen.

01:00:51: Und ich möchte gerne, dass du das eben nicht so interpretierst sondern so interpretiersst.

01:00:56: Das war ein ganz tolles Gespräch, das ich mit dem hatte Und er hat gesagt, Mensch das ist ja interessant was du sagst.

01:01:02: Ja das kann ich nachvollziehen, dass es in Ordnung sehen, ja mach mal weiter so.

01:01:07: Also es gibt durchaus immer wieder die Momente wo man sich dann fragt, ist man noch auf dem richtigen Trip?

01:01:12: Passt das?

01:01:13: und vielleicht muss man sich auch nochmal kalibrieren mit seinem Umfeld wie ich's dann in dem Augenblick mal getan hab aber jetzt auch nicht so als würde ich alle halbe Jahre jemanden fragen ob mein Kommunikationsstil noch der richtige ist sondern Ich schaue halt, wie mein Umfeld reagiert.

01:01:31: Aber ja für mich ist diese Authentizität Energiequelle.

01:01:37: Es ist zweifelsohne eine herausfordernde Aufgabe die du begleitest.

01:01:46: Kannst du mit uns auch teilen was spendet dir Kraft?

01:01:52: Was tut ihr gut?

01:01:56: Kraft spendet mir die Natur und meine Hunde.

01:02:00: Ich liebe es, meine Hunde zu packen und mit denen durch den Wald zu ziehen.

01:02:05: Das gibt mir viel Kraft.

01:02:09: wenn ich mich manchmal so nach dem ersten Vormittag schon mit irgendwelchen tausend Meetings fühlt man sich manchmal KO oder hat schon so das Mittagstief und dann packe ich mir die beiden und laufend drei viertel Stunde Und dann komme ich eigentlich da gestärkt wieder raus, genauso wie mir das auch sehr viel Kraft an den Wochenenden gibt.

01:02:32: Das sind auch Augenblicke wo ich dann ja wirklich auch mal abschalten kann und abschalten muss weil es auch zwei Kerle sind die ein bisschen Aufmerksamkeit erfordern, die meine Aufmerksamkeit erfordern und ja, da kann ich's dann sehr gut abschalltend.

01:02:49: Das ist der eine Punkt Vielleicht weniger dieses, was gibt mir Kraft.

01:02:58: Aber das lässt mich auch widerstandsfähig werden?

01:03:02: Ich glaube ich habe eine relativ gute Resilienz und die ziehe ich noch aus einem Seminar, was ich in ganz alter Zeit sozusagen bei Henkel hatte.

01:03:14: Das ist jetzt bestimmt auch schon fünfzehn Jahre her dieses Seminar.

01:03:17: aber ich erinnere mich an ein Konzept, was uns damals beigebracht worden ist Engagement versus Identifikation, was also heißen sollte.

01:03:29: Engagier dich für deinen Job aber identifiziere dich nicht mit deinem Job und das fand ich extrem interessant dass man für sich so aufzulösen und zu sagen okay was ist eigentlich des wohin engagiere ich mich?

01:03:46: Und wann fängt die Identifikations an?

01:03:49: Und wie fühle ich mich dabei?

01:03:51: Also wenn das schief geht im Job, wenn die Marktanteile sinken.

01:03:54: Wenn der Umsatz nicht kommt, wer kommt, wenn ein Projekt kippt und das Launchdatum nicht halten kann.

01:04:03: Das sind ja alles so Rückschläge, die einen in gewisser Weise an die Substanz gehen.

01:04:09: Da ist immer die Frage, wie stark gehen sie denn an die Substanz?

01:04:11: und sage ich dann irgendwann okay, ich tue alles damit der Marktanteil hochgeht, ich tu alles um das Projekt zu retten Aber wenn es nicht klappt, dann klappt das nicht und dann identifiziere ich mich aber nicht mit diesem Failure.

01:04:25: Und damals habe ich ja bei Henkel Beauty Care gearbeitet als im Kosmetikbereich Ich hatte ganz viele Shampoos für die ich Shampoo mag und für die auch verantwortlich war.

01:04:35: Das war dann immer so mein persönlicher Satz den ich mir im stillen Kämmerlein gedacht habe in meinem Kopf gedacht habe It's just a shampoo.

01:04:44: Also wenn irgendwas nicht funktioniert hat, habe ich immer tief durchgeatmet und hab gesagt, zehn Jahre macht ihr keinen Stress.

01:04:51: Das ist einfach nur ein Shampoo!

01:04:53: Und kein Mensch auf dieser Welt braucht dieses Shampoo.

01:04:55: Es gibt schon Dutzende von Shampoos.

01:04:57: Es gibts schon viel zu viele Shampos.

01:05:00: Ob du jetzt mehr Marktanteil machst oder weniger?

01:05:03: Oder ob dieser Launch jetzt kommt oder nicht – it's just a shampoo.

01:05:07: Natürlich muss man da differenzieren.

01:05:09: Ich habe mein Bestes gegeben für meinen Arbeitgeber dieses Shampoo zum Erfolg zu machen.

01:05:15: Aber irgendwann kommt der Punkt, wo man sich für sein eigenes Wohl ergehen, für ein eigenes mentales Wohler gehen eben diesen Satz sagen muss und sagen muss don't worry it's just a shampoo.

01:05:28: oder es ist just a Magnesium Tablette wie ich heute sagen würde.

01:05:34: Und das gibt mir auch Kraft und ich gebe das durchaus hin und wieder an meine Belegschaft weiter in Einzelgesprächen.

01:05:43: Ich war mir eine große Freude.

01:05:46: Vielen herzlichen Dank für das wundervolle Gespräch, für deine Zeit!

01:05:51: Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und freue mich auf das nächste Mal.

01:05:58: Bis bald!

01:06:01: Du, der die Zeit genommen hast und ich für mich und für die Firma interessierst.

01:06:05: Wenn jeder Podcast gefällt dann bewerte uns doch gerne bei Spotify und Apple Podcasts und helfe uns so noch weitere spannende Persönlichkeiten in den Podcast zu bringen.

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